Ein eigenes Gartenhaus auf dem Grundstück hat für seine Bewohner viele Vorteile. Es bietet Stauraum für Gartenmöbel und Kinderspielzeug oder ist ein geschützter Unterstand für Fahrräder. Inzwischen ist die Auswahl an Gartenhäusern immens und für jeden Geschmack etwas dabei.
Was viele Käufer bei ihrer Entscheidung nicht oder zu spät bedenken: Es reicht nicht aus, nach optischen Kriterien zu kaufen. Oftmals vergessen wird eine fundierte Planung vorneweg: Ist der Standort im Garten geeignet, passt das Fundament passt zum Untergrund oder sind alle nötigen Anschlüsse vorhanden, sollte vor dem Kauf des Hauses entschieden werden. Solche Probleme lassen sich vermeiden, wenn die Planung nicht erst beim Aufbau beginnt.
Bevor das Gartenhaus bestellt wird, sollten daher einige grundlegende Fragen geklärt sein. Dazu gehören Größe, Nutzung, Standort, Bauweise und Ausstattung. Ebenso wichtig sind die spätere Pflege und die Frage, wie gut das Gebäude gegen Feuchtigkeit und Witterung geschützt ist. Nicht zu vergessen: Käufer sollten vorab klären, ob ihrem Vorhaben rechtliche Belange im Wege stehen bzw. sie erforderliche Genehmigungen für das Gartenhaus benötigen.
Gartenhaus planen: Was sollte vorab geklärt werden?
Am Anfang steht immer die Frage nach der geplanten Nutzung. Ein kleiner Geräteschuppen stellt andere Anforderungen als ein Gartenhaus, das zusätzlich als Werkstatt, Aufenthaltsraum oder Hobbyraum genutzt werden kann. Je klarer der Zweck feststeht, desto leichter lassen sich Größe und Ausstattung für das künftige Gartenhaus festlegen.
Auch der vorhandene Platz muss realistisch eingeschätzt werden. Ein Gartenhaus sollte weder eingequetscht wirken noch wertvolle Gartenfläche unnötig blockieren. Zugangswege, Türen und Fenster brauchen ebenfalls ausreichend Platz.
Standort und Größe sorgfältig auswählen
Mit das wichtigste Kriterium: der Standort. Denn er hat wesentlichen Einfluss auf die geplante Nutzung. Ein Gartenhaus direkt an einer schlecht zugänglichen Grundstücksecke kann unpraktisch sein, wenn regelmäßig Fahrräder, Geräte oder Gartenmöbel hinein- und herausgetragen werden müssen. Auch starke Verschattung oder dauerhaft feuchte Bodenbereiche sind ungünstig.
Bei der Größe sollte nicht nur der momentane Bedarf berücksichtigt werden. Häufig wächst der Platzbedarf mit der Zeit. Was heute nur als Stauraum für Werkzeug gedacht ist, nimmt später vielleicht zusätzlich Fahrräder, Gartenmöbel oder eine Werkbank auf. Auch Türbreite und Bewegungsfläche sind wichtig. Große Geräte oder Fahrräder lassen sich nur bequem verstauen, wenn der Zugang ausreichend breit geplant wurde.
Nutzung, Ausstattung und Stromversorgung frühzeitig planen
Wer das Gartenhaus nur zum Lagern nutzt, kommt meist mit einer einfachen Ausstattung aus. Wird der Raum dagegen häufiger genutzt, können Fenster, Beleuchtung, Steckdosen oder eine Dämmung sinnvoll sein.
Strom sollte möglichst früh eingeplant werden. Kabelschutzrohre lassen sich während der Vorbereitung des Fundaments deutlich einfacher berücksichtigen als nachträglich. Das gilt auch für eine mögliche Außenbeleuchtung oder einen Anschluss für Gartengeräte. Auch Regale und Arbeitsflächen sollten nicht erst nach dem Aufbau berücksichtigt werden. Schon bei der Planung ist es hilfreich zu wissen, welche Wandflächen später frei bleiben sollen und wo sich Türen oder Fenster befinden.
Fundament, Wetterschutz und Entwässerung berücksichtigen
Ein Gartenhaus steht nur dann dauerhaft stabil, wenn der Untergrund vorbereitet wurde. Kleine und leichte Häuser können je nach Bodenverhältnissen auf Punktfundamenten stehen. Bei größeren Modellen kommen häufig Streifenfundamente oder eine durchgehende Bodenplatte infrage.
Mindestens ebenso wichtig ist der Schutz vor Feuchtigkeit. Die Gartenhaus Unterkonstruktion sollte so aufgebaut sein, dass Holzteile nicht dauerhaft mit nassem Untergrund in Kontakt kommen. Zwischen Fundament und Holz können geeignete Trennlagen zusätzlich helfen, Feuchtigkeit fernzuhalten.
Auch Regenwasser sollte kontrolliert abgeleitet werden. Eine Dachrinne verhindert, dass Wasser unmittelbar an den Wänden herunterläuft und sich im Bereich des Fundaments sammelt. Wer Regenwasser nutzen möchte, kann es zugleich in einer Tonne oder einem geeigneten Behälter auffangen.
Fehler bei der Gartenhausplanung vermeiden
Viele Probleme entstehen nicht durch komplizierte Bauarbeiten, sondern durch Entscheidungen, die vorher nicht getroffen wurden. Gerade rechtliche Fragen, Materialqualität und Pflege werden häufig erst beachtet, wenn das Gartenhaus bereits bestellt ist.
Das kann unnötige Kosten verursachen. Deshalb lohnt es sich, einige typische Fehler von Anfang an auszuschließen.
Baugenehmigung und Abstandsflächen nicht außer Acht lassen
Nicht jedes Gartenhaus darf ohne weitere Prüfung aufgestellt werden. Welche Regeln gelten, hängt unter anderem vom Bundesland, von der Größe, der Nutzung und vom Standort auf dem Grundstück ab. Auch Abstände zur Grundstücksgrenze können vorgeschrieben sein. Deshalb sollte vor dem Kauf geklärt werden, ob das geplante Modell am vorgesehenen Standort zulässig ist.
Ein kurzer Kontakt mit dem zuständigen Bauamt kann später viel Ärger ersparen. Das gilt besonders dann, wenn das Gartenhaus größer ausfällt oder zusätzlich als Aufenthaltsraum genutzt werden soll.
Bei Material und Konstruktion nicht am falschen Ende sparen
Ein niedriger Preis wirkt zunächst verlockend. Er sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass dünne Wandstärken, schwache Verbindungen oder eine einfache Dachkonstruktion die Haltbarkeit beeinträchtigen können.
Bei Holzhäusern kommt es außerdem auf die Verarbeitung an. Wasser sollte möglichst schnell ablaufen können und keine Gelegenheit haben, dauerhaft in Fugen oder Bodenbereiche einzudringen.
Auch das Dach verdient Aufmerksamkeit. Ein ausreichender Dachüberstand schützt die Wände besser vor Schlagregen. Gleichzeitig sollte die Dachdeckung zur vorgesehenen Nutzungsdauer und zum Standort passen.
Pflegeaufwand und laufende Kosten nicht unterschätzen
Ein Gartenhaus aus Holz benötigt Pflege. Schutzanstriche müssen kontrolliert und je nach Witterung erneuert werden. Besonders stark beansprucht werden Wetterseiten, Sockelbereiche und Übergänge zwischen verschiedenen Bauteilen.
Auch Dach und Dachrinne sollten regelmäßig überprüft werden. Kleine Undichtigkeiten oder verstopfte Abläufe lassen sich meist schnell beheben. Werden sie ignoriert, können daraus größere Schäden entstehen. Neben der Pflege können weitere laufende Kosten anfallen. Dazu gehören etwa Holzschutzmittel, Dachmaterial, kleinere Reparaturen oder Stromkosten bei intensiver Nutzung.
Checkliste: Die wichtigsten Do’s and Don’ts bei der Gartenhausplanung
Vor der Bestellung sollten einige Fragen eindeutig beantwortet sein. Ist der Standort gut erreichbar? Passt die Größe tatsächlich zur vorgesehenen Nutzung? Sind Fundament, Strom und Entwässerung geklärt? Sind die rechtlichen Vorgaben bekannt? Ebenso wichtig ist die Materialwahl. Wer nur auf den Anschaffungspreis schaut, spart möglicherweise an Stellen, die später zusätzliche Reparaturen verursachen.
Wie pflegeaufwändig das Gartenhaus ist, kann ebenfalls entscheidend sein. Nicht jeder ist bereit, viel Pflege in das Haus im Garten zu investieren. Manches Material braucht allerdings regelmäßiges Pflegen. Das gilt insbesondere für Holzgartenhäuser. Sie können viele Jahre gut aussehen, benötigen dafür aber regelmäßige Aufmerksamkeit. Wird möglichst wenig Wartung gewünscht, sollte das bereits bei der Auswahl berücksichtigt werden.
Fazit
Eine gute Vorbereitung einschließlich profunder Planung ist das A und O beim Erwerb eines Gartenhauses. Ein ungünstiger Standort, ein schlecht vorbereitetes Fundament oder fehlende Anschlüsse lassen sich nachträglich nur mit zusätzlichem Aufwand korrigieren.
Wer Nutzung, Größe, Standort, Konstruktion und rechtliche Vorgaben frühzeitig klärt, schafft eine verlässliche Grundlage. So wird aus einem Gartenhaus nicht nur zusätzlicher Stauraum, sondern ein Gebäude, das langfristig zum Garten und zur eigenen Nutzung passt.
